Die Streuobstwiese ist eine traditionelle Form des Obstbaus. Auf Streuobstwiesen stehen hochstämmige Obstbäume meist unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Arten und Sorten. Zumeist erfolgt die Bewirtschaftung ohne Einsatz synthetischer Behandlungsmittel. Heute gehören sie zu den am stärksten gefährdeten Biotopen Mitteleuropas. Größere, landschaftsprägende Streuobstwiesen finden sich heute noch in Österreich, in Süddeutschland, am Nordhang des Kyffhäusergebirges und in der Schweiz. Die ausgedehntesten Bestände finden sich am Fuß der Schwäbischen Alb. Dort sind auch großflächige Streuobstbestände von BirdLife International als “Important Bird Areas“ benannt, sowie vom Land Baden-Württemberg laut EU-Vogelschutzrichtlinie als Vogelschutzgebiete bei der EU gemeldet. Die Baumdichte auf Streuobstwiesen beträgt in Abhängigkeit von den Obstarten 60 bis 120 Bäume pro Hektar - wenig im Vergleich zu Obstplantagen, wo bis zu 3.000 Bäume pro Hektar üblich sind. Auf 1117m² stehen bei uns momentan 12 Halbstamm-Apfelbäume, nicht verstreut, sondern in 2 Reihen. Der Kronenansatz liegt bei Halbstämmen zwischen 1m und 1,6m. Halbstämme haben den Nachteil, dass sie mit ihrem niedrigen Astansatz das Mähen erschweren. Hier Bilder der Bäume und ihrer Blüten von Ende April 2012 sowie Anfang September 2012 mit den Früchten bzw. von den Früchten. Baumpflege Ernte Mähen Im November 2014 wurde im Rahmen eines Pflanzkurses des OGV Altbach eine “Apothekerbirne” gepflanzt. Diese seltene Tafelbirne ist der erste Hochstamm, der seit langer Zeit gepflanzt wurde. Da sich die zu beachtenden Grenzabstände von Halbstamm und Hochstamm unterscheiden, steht die Birne nicht mehr in der Reihe. Der Kronenansatz bei Hochstämmen liegt zwischen 1,80m und 2,2m. Hochstämme sind die ursprüngliche Form der Obstbäume auf den Streuobstwiesen. Da die Pflege der Bäume und die Ernte der Früchte in großer Höhe viele Risiken birgt, sind viele Hochstämme in den vergangenen Jahrzehnten durch Halbstämme ersetzt worden. Mit der Pflege von Streuobstwiesen trägt man mit dazu bei, dass die Streuobstwiesen, die unser Landschaftsbild seit Jahrhunderten prägen, Lebensraum für über 5.000 Tier-und Pflanzenarten sind und die vielen Menschen bei Spaziergängen zur Erholung dienen, zu erhalten. April 2017 April 2019